Photovoltaik im Winter: Das sollten Sie wissen

Kürzere Tage, Kälte, Schnee und Eis machen vielen Photovoltaik-Interessierten Bedenken. Die gute Nachricht ist: Wer sich ein wenig auskennt, kann auch in den Wintermonaten einiges aus seiner Solaranlage herausholen.

Die Ausrichtung der Solarmodule entscheidet über den Ertrag

Entscheidend für die Energieausbeute einer Solarzelle ist, wie viele Sonnenstrahlen auf die Zelle treffen. Generell ist der Ertrag der PV-Anlage ist am höchsten, wenn die Sonne genau senkrecht zu den Modulen steht. Deshalb ist es wichtig, dass die Solarmodule im richtigen Winkel aufgestellt sind.

Der optimale Aufstellwinkel ist abhängig von der geographischen Breite und der Jahreszeit. Im Winter steht die Sonne flacher. Dementsprechend ist der optimale Anstellwinkel im Winter steiler als im Sommer. In Deutschland ist eine Ausrichtung mit einem Neigungswinkel zwischen 30° und 35° üblich. Diese Neigung stellt einen Kompromiss zwischen dem sommerlichen und winterlichen Einfallswinkel der Sonne dar.

Das heißt konkret: Anlagenbesitzer sollten je nach regionaler Wetterlage abwägen zwischen einer für den Sommer optimierten Ausrichtung und einer Ausrichtung, die alle Jahreszeiten gleichermaßen berücksichtigt. Bei dieser Entscheidung hilft ein Blick in die Klimadatenbank von Meteoblue. Dort sind die durchschnittlichen Wolken-, Sonnen- und Niederschlags-Tage je nach Monat aufgelistet. Wer zum Beispiel in einer Gegend wohnt, in der die Herbst- und Wintertage ohnehin fast vollständig von Wolken verhangen sind, kann sich ganz auf die optimale Ausrichtung für die Sommertage konzentrieren.

Solarzellen liefern selbst bei Kälte hohe Erträge

Kälte erhöht den Wirkungsgrad der Solarmodule. Das hängt mit den Eigenschaften des Siliziums zusammen, dem Material, aus dem Solarzellen typischerweise bestehen. Pro 10 Grad Temperaturabnahme steigt der Ertrag um etwa 4 Prozent. Für die Winterzeit bedeutet das, dass der Ertrag an kalten, aber sonnigen Tagen durchaus sehr hoch sein kann.

Schnee muss nicht entfernt werden

Anders als oftmals angenommen, beeinträchtigt Schnee den Wirkungsgrad der PV-Module kaum. UV-Licht durchdringt eine bis zu 15 cm dicke Schneedecke. Hinzu kommt, dass Schnee nur selten auf den Modulen liegen bleibt: Durch die glatte Oberfläche der PV-Module und deren Anstellwinkel rutscht er in der Regel zügig ab.

Außerdem hat Schnee auch eine positive Eigenschaft. Liegt die Photovoltaik-Anlage frei, sorgt der umliegende Schnee für eine Reflexion der eintreffenden Sonnenstrahlen. Auf diese Weise steigt die Leistung der PV-Anlage.

Fazit: Auch im Winter lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage

Wie Sie sehen, lässt sich mit einer Photovoltaik-Anlage auch im Winter Strom produzieren. Wie ertragreich die Anlage tatsächlich ist, hängt von den regionalen Klimaverhältnissen sowie der Ausrichtung der Solarmodule ab. Deshalb lassen sich keine verallgemeinernden Aussagen über konkrete Erträge aufstellen.

Fest steht jedoch, dass die Solaranlage in manchen Lagen, gerade in den Bergen, wo die Sonne auch im Winter regelmäßig scheint, bei richtiger Ausrichtung recht ordentliche Erträge liefern kann. Wichtig ist in allen Fällen, die Position und Ausrichtung der PV-Anlage an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Haben Sie noch Fragen zu Photovoltaik im Winter? Möchten Sie wissen, welchen Ertrag Sie von einer PV-Anlage erwarten können? Wir beraten Sie individuell und persönlich. Hier geht es zu unserem Kontaktformular.